Archiv der Kategorie: Projekte

1. Workshop der AG Gender

Seit Anfang Oktober 2015 gibt es nun unsere Arbeitsgruppe zum Thema Gender. Ziel der AG ist es, allgemein über das Thema Gender zu informieren und für das Thema Trans*Inter-Menschen innerhalb des Vereines zu sensibilisieren.

Am 8. Dezember 2015 fand unsere erste vereinsinterne Veranstaltung statt – ein Sensibilisierungsabend zum Thema Trans*Inter-offene Vereinskultur. Hintergrund des Treffens war es, gemeinsam Sensibilität für das Thema Trans*Inter-Menschen zu schaffen und zu überlegen, inwiefern sich die Kickerinhas als „trans*inter-offener Verein“ bezeichnen können und wollen.

Wir wurden dabei vor allem inhaltlich von Seitenwechsel und DFC Kreuzberg unterstüzt. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal für diese große Hilfe!


In October we launched a working group to address topics concerning gender. The group looks to inform and educate the club about gender topics and to raise awareness on the subject of trans*inter-people.

The first event took place on 8th December 2015: an „awareness & information evening about trans*inter people in the context of soccer“. The main goal of the workshop was to raise awareness within our team about trans*inter people and to discuss how and whether we want to be a „trans*inter-open club“.

We received support from Seitenwechsel and DFC Kreuzberg. Many thanks for your help!

Football Welcomes Refugees Part II – Ausflug zum 1.FFC Turbine Potsdam

Ende November haben wir eine weitere Aktion im Rahmen der europäischen Aktionswochen gegen Rassismus im Fußball, die das europäische Netzwerk FARE unterstützt, realisiert. Mit einer Familie aus dem Heim für Geflüchtete in Wassmannsdorf, wo wir seit April 2015 ein wöchentliches Fuballtraining für Mädchen anbieten (Blogpost zum Training in Wassmannsdorf) haben wir ein Fußballspiel des 1.FFC Turbine Potsdam besucht.

Das Team des 1.FC Köln war zu Gast in Potsdam und die Frauen von Turbine zu unserer Freude ihrer Favoritenrolle gerecht geworden. Bei zunächst strahlendem Sonnenschein und eisigen Temperaturen haben wir mit der Fußballfamilie aus Wassmannsdorf das spannende Spiel verfolgt.

Die Damen aus Potsdam konnten durch ihr offensives Spiel überzeugen und nicht zuletzt wegen der familiären Atmosphäre auf den Rängen des Karl-Liebknecht-Stadions wurde der Nachmittag ein tolles Erlebnis sowohl für die Kinder als auch Eltern und mitgefahrenen Kickerinhas. Selbst die zur zweiten Halbzeit einsetzenden Schneeschauer milderten die Freude kaum. Der Spielstand nach Abpfiff war 4:0 (1:0), so dass wir zwar durchgefroren aber froh den Heimweg nach Wassmannsdorf angetreten sind.

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Mehr zum Informationen zu “Football Welcomes Refugess” auf  Facebook: #FootballWelcomesRefugees

Vielen Dank an Camino für die Möglichkeit an diesem Projekt teilzuhaben.


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Football Welcomes Refugees Part I – Sportkleidung für Mädchen aus Wassmannsdorf

Im Rahmen der europäischen Aktionswochen gegen Rassismus im Fußball, die das europäische Netzwerk FARE schon seit vielen Jahren durchführt, bekamen die kickerinhas 500 Euro, um eine Aktion zum Thema „Football welcomes Refugees“ (mehr Informationen als PDF) durchzuführen.

Im Heim für Geflüchtete in Wassmannsdorf, wo wir seit April 2015 ein wöchentliches Fuballtraining für Mädchen anbieten (Blogpost zum Training in Wassmannsdorf) , sind aus verschiedenen Gründen (Abschiebung, Renovierungsarbeiten, Umquartierung) nur noch zwei Mädchen im Alter von 8 und 11 Jahren übrig. Da mit so einer kleinen Gruppe kein richtiges Training vor Ort möglich ist, haben wir einen Verein in Großziehten gefunden, wo die beiden mittrainieren können. Aktuell organisieren wir den Fahrdienst zum Training einmal pro Woche.

Die finanzielle Förderung haben wir nun zunächst dafür genutzt die Mädchen sowie den Bruder der einen mit Fußballkleidung auszustatten. Dank der neuen warmen Sportbekleidung, können die Kinder nun auch im Winter am Fußballtraining in Großziehten teilnehmen. Auch Hallenschuhe mussten angeschafft werden, da das Training im Winter zum Teil in der Halle stattfindet.


Mehr zum Informationen zu „Football Welcomes Refugess“ auf Facebook: ‪#‎FootballWelcomesRefugees‬

Vielen Dank an Camino für die Möglichkeit an diesem Projekt teilzuhaben.


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Critical Whiteness Workshop am 20. & 21. Juni

Nach einer einjährigen mühsamen Planung mit Ideen sammeln, Gelder beantragen und konkreter Ablaufkoordination, konnte der Anti-Rassismus-Workshop auf den wir uns so lange gefreut haben, an einem warmen, regnerischen Wochenende im Juni endlich stattfinden.

In den Räumen von Engagement Global in Schöneberg haben einige von uns Kickerinhas aber auch andere dazugekommenen zusammen mit den wundervollen Trainer*innen Lawrence Oduro-Sarprong und Lucía Muriel Themen wie u.a. weiße Privilegien, Rassismus im Sportalltag, im Sprachgebrauch und innerhalb politischer Bewegungen, Herkunft des Rassismus und konkrete Lösungsansätze anhand diversen Audio-, Video-, und Textmaterials diskutiert.

Es war ein sehr intensives und schönes Wochenende, das uns viele neue Erkenntnisse gebracht hat und das mit einer lauten Trommelsession geendet ist!
Danke an alle die mitgemacht haben und das Wochenende zu einem Erfolg gemacht haben!

Fussballtraining im Geflüchtetenlager in Wassmannsdorf

Seit April 2015 besuchen wöchentlich drei Spielerinnen der Kickerinhas eine Geflüchtetenunterkunft in Waßmanssdorf um dort mit den Mädchen Fußball zu spielen.

Der kleine Ort Waßmannsdorf liegt in Brandenburg unweit des Flughafens Schönefeld. An seinem Rand befindet sich das ehemalige Kasernengebäude sowie einige neu errichtete Container, in denen aktuell laut Heimleiterin ca. 330 geflüchtete Menschen aus allen Teilen der Welt untergebracht sind.Auf den Aufruf der Studenteninitiative Farfalla hin, die sich um Nachmittagsangebote für die in der Unterkunft lebenden Kinder und Jugendlichen bemüht, entschieden wir uns als Verein eine sportliche Aktivität in Form von einem wöchentlichen Fußballtraining für Mädchen anzubieten.Somit fahren nun jeden Donnerstag drei wechselnde Spielerinnen der Kickerinhas nach Waßmannsdorf um dort für zwei Stunden ein kleines Training und anschließendes Spiel auf dem staubigen Platz auf dem Gelände der Unterkunft auf die Beine zu stellen.

Von den Mädchen wird das Angebot immer wieder begeistert angenommen, die Teilnehmerinnenzahlen variieren zwischen drei und zehn. Routine stellt sich nur schwer ein, was nicht zuletzt an der hohen Fluktuation liegt, da immer wieder Familien „freiwillig“ ausreisen oder aus anderen Gründen das Heim verlassen. Deswegen beginnt jeder unserer Besuche damit, dass eine Spielerin mit einem Mädchen aus dem Heim durch alle Gänge der Kaserne läuft um die anderen Mädchen einzusammeln. In der Regel startet das Training mit einer kleinen spielerischen Aufwärmübung, aber schon bei anschließenden Pass- oder Annahmeübungen wird meist schnell der Ruf laut nun endlich mit dem Spiel anfangen zu wollen. Das Spiel selbst läuft dann oft sehr bunt und zuweilen chaotisch ab auf Grund der unterschiedlichen Altersklassen (4-13 Jahre) und Spielniveaus, der geringen Regelkenntnisse, den höchst emotional ausgetragenen Streitereien und zuweilen auch der sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten. Aber bei allem überwiegt der Spaß am gemeinsamen Spiel und wir sind immer wieder fasziniert von der positiv erregten und begeisterten Stimmung, die sich im Laufe eines Spiels entwickelt.

Mittlerweile konnten wir von verschiedenen Seiten finanzielle Unterstützung für unser Projekt gewinnen und diese dafür nutzen die Mädchen mit Bällen, Ballpumpe und Leibchen auszustatten, die während der Trainingszeit und unter der Woche von ihnen genutzt werden können.


In Zukunft würden wir uns wünschen immer wieder Mädchen für den Fußball und das gemeinsame Spielen begeistern und irgendwann das Training vielleicht sogar auf einem richtigen Platz veranstalten zu können. Außerdem sind wir dabei einen über Spenden finanzierten Ausflug zu einem kleinen Turnier zu planen um den Mädchen die Chance zu geben neue Orte in Berlin und andere Fußball-Mädchenteams kennenzulernen.

Mädchenfussballturnier: September 2013

Kickerinhas Mädchenfussballturnier 2013

„…weil wir den Fussball sprechen lassen möchten!“

Wir spielen seit Jahren gemeinsam Fussball, nehmen mit den Kickerinhas an zahlreichen Turnieren teil, aber wie organisiert man den Austausch und die Begegnung von Mädchen unterschiedlichen Alters mit dem Fussballsport? Voller Spannung und mit Freude veranstalteten wir im September 2013 unser erstes Kickerinhas Mädchenfussballturnier.

Entwickelt hat sich unser Projekt aus dem Anliegen, nicht nur das Fussballangebot für Mädchen zu erhöhen, sondern auch das gemeinschaftliche Miteinander, Fairplay und Teamwork auf und neben dem Fussballplatz zu fördern, Neugierde auf Unbekanntes zu wecken und die Mädchen zu bewegen, Vorurteile und das Gefühl von Fremdheit zu überwinden. Aufgrund unserer bisher nur geringen Vernetzung im Bereich Mädchenfussball in den Kiezen Friedrichshain und Kreuzberg mussten wir lange Wege gehen, um Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren für unser Turnier zu begeistern. Die motivierende Wirkung des Fussballs, die wir als Tür zu anderen Kompetenzen den Mädchen näher bringen möchten, eröffnete in der Vorbereitung des Turniers in erster Linie uns unbekannte Bereiche sozialen Miteinanders in nächster Nachbarschaft. Wir besuchten zahlreiche Kiezinitiativen, Schulen, Quartiermanagements, Unterbringungsorte von Flüchtlingen und Vereine, um Mädchen unterschiedlicher Herkunft und Umgebung auf unser Turnier aufmerksam zu machen. Unsere Intention war hauptsächlich nichtvereinserfahrene Mädchen für diesen fussballintensiven Tag zu gewinnen. Bei der Organisation begegneten wir vielen bereits existierenden Mädchenfussballprojekten, die sich außerhalb von Vereinen konstituieren und sich die positive Wirkung von Fussball und soziokulturellen Konzepten nutzbar machen, sich den Mädchen annehmen und sie nachhaltig für den Fussball begeistern.

Allerdings lässt sich bei Spaziergängen durch die Kieze Friedrichshain, Kreuzberg und Neukölln weiterhin beobachten, dass die meisten Bolzplätze nach wie vor von Jungs bespielt werden. Selten mischen sich auch Mädchen unter die fussballspielenden Gruppen.

Wir wollten dies für einen Tag ändern und nahmen deswegen Verbindung zum Statthaus Böcklerpark auf. Das Statthaus und sein Boltzplatz stehen mitten im Kreuzberger Quartier Wassertorplatz, zwischen Landwehrkanal und Kottbusser Tor. Der erwartete Tag versprach trotz wechselnder Voraussagen ein annehmbares Wetter, was für das Gelingen unseres Turniers von großer Bedeutung war. Zu unserer Freude haben sich unglaubliche 20 Mädchen pünktlich zur aktiven Teilnahme an unserem Turnier eingefunden. Ohne Berührungsängste und trotz zum Teil bisher ausgebliebener Fussballerfahrung formierten sich nach Ankunft automatisch alle Mädchen in der Mitte des Boltzplatzes und begannen sich gegenseitig Bälle zuzuspielen. Für viele musste die erstmalige Bewegung mit dem Ball eine sportliche Herausforderung gewesen sein. Schnell hat sich aber ein positives Gefühl breit gemacht, so dass sich zahlreiche Glücksmomente mit dem Fussball und den Mitspielerinnen über den weiteren Tag verteilen konnten. Nach einer herzlichen Begrüßung wurden die Mädchen in Mannschaften eingeteilt und jeweils einer festen Ansprechpartnerinnen zugeordnet. Unser Organisationsplan sah eine Rotation zwischen Turniergruppenspiel und Workshop-Teilnahme vor. Abwechselnd nahmen die Gruppen so am ausgespielten Turnier und den dazwischen liegenden Workshops teil. Für eine langsame aber vielseitige Heranführung an das Thema Fussball integrierten wir in den Tagesverlauf zwei Workshops. Eine ehemalige Bundesligaspielerin brachte den Mädchen in Gruppen verschiedene spielerische Tricks und Manöver bei. Eine Mitarbeiterin vom Archiv der Jugendkulturen e.V. stärkte in gemeinsamen Gesprächen die Sensibilität für Genderfragen im fussballerischen Kontext und festigte das Selbstverständnis antidiskriminierender Kommunikation. Zwischendurch konnten sich die Mädchen an unserem Essensbuffet stärken und sich durch kleine Pausen vom sportlich anspruchsvollen Programm erholen. Wir blickten während des Tages in viele freudvolle, beeindruckte und gelöste Gesichter. Die gemeinsame Anstrengung verbindet, das haben wir Kickerinhas erfahren. Die Mädchen nahmen glücklich ihre Medaillen und Urkunden entgegen und fragten nicht selten, ob das Turnier jetzt jeden Sonntag stattfindet.

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